Wer war eigentlich St. Martin?

Martinus von Tours (wiki)
Wer war eigentlich St. Martin? Nach der um 395 verfassten Biografie des Gelehrten Sulpicius Severus wurde Martinus von Tours 316 in Sabaria, der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien und dem heutigen Szombathely (zu deutsch Steinamanger, in West-Ungarn an der Grenze zu Oesterreich) geboren und ist am 8. November 397 ca. 81-jährig in Candes bei Tours gestorben.

Er war der dritte Bischof von Tours und wurde als einer der ersten Nicht-Märtyrer nach seinem Tod heilig gesprochen. Das Kirchenvolk war der Meinung, dass er die Heiligsprechung, auch wenn er nicht für den Glauben getötet wurde, durch sein vorbildhaftes, christliches Leben verdient hat.

Nach der Legende soll er im Jahr 334 seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben.
Geboren als Sohn eines römischen Offiziers wurde er in Pavia erzogen und trat mit 15 Jahren in die römische Armee ein. Er diente zunächst unter Constantin und später unter Julian (Apostata). Aus christlicher Überzeugung quittierte er schon im Jahre 356 in der Stadt der Vangionen, dem heutigen Worms, seinen Dienst als römischer Offizier einer Eliteeinheit.

Darstellung der Mantelteilung (wiki)
Martin hatte sich 3 Jahre auf seine Taufe vorbereitet und wurde von seinem Freund und Lehrer, dem Hl. Hilarius, der Bischof von Poitiers war, zum Priester geweiht. Nun nicht mehr in seiner Heimatstadt lebend, wurde er als asketischer Mönch durch seine guten Taten bekannt. Er brachte Notleidenden Hilfe, gab Hungernden Nahrung, bekleidete Nackte und vollbrachte auch viele Wunder.

Am 4. Juli 372 wurde er zum 3. Bischof von Tours geweiht. Er baute außerhalb der Stadt Kloster und unternahm von Cantauque in Frankreich aus zahlreiche Missionsreisen.

Bekannt wurde Martin nicht nur durch seine Heiligsprechung nach seinem Tod in den Regierungsjahren des Frankenkönigs Chlodwig (482-511), sondern vielmehr durch seine vielen guten Taten und vor allem wegen der Mantelteilung.

Martin ist auch der Patron der Schneider, was ein Altar in St. Lambertus-Basilika in der Düsseldorfer Altstadt darstellt.

Auch in der am südlichen Düsselarm gelegenen kleinen Tuffsteinkirche Alt St. Martin, die um 700 durch den Hl. Suitbertus an der Stelle eines heidnischen Germanen-heiligtums errichtet worden ist, wurde das Eingangsportal vom Düsseldorfer Künstler Bert Gerrsheim mit Stationen des Lebens des Hl. Martin gestaltet. Die Türgriffe zeigen den Hl. Bischof Hilarius und den Gelehrten Sulpicius Severus. Das Fenster über dem Eingang zeigt das Wappen von Tours mit seinen 3 Türmen wurde 2006 von der St. Martinskompanie des St. Seb. Schützenvereins Düsseldorf-Bilk gestiftet. Der Heimatverein Bilker Heimatfreunde stiftete 1961 eine neue Glocke.

Der Legende zufolge soll Martin um das Jahr 338 als Soldat der kaiserlichen Leibgarde in Amiens stationiert gewesen sein, als er an einem Tag im Winter, einen mit ein paar Lumpen bekleideten hilfesuchenden, frierenden armen, alten Mann angetroffen hat. Er wurde von Mitleid gerührt und teilte mit seinem Schwert seinen wärmenden Mantel mit dem Bettler. In der Nacht darauf soll ihm Christus, bekleidet mit dem halben Mantel, erschienen sein.

Die Verehrung des Hl. Martin breitete sich in ganz Europa, vor allem jedoch in Deutschland und da wieder besonders im Rheinland, aus. Dies ist auch hier in Düsseldorf deutlich erkennbar, wo jeder Stadtteil wenigstens einen Martinsumzug macht. Insgesamt ziehen rund um seinen Todestag, den 11. November, über 120 Umzüge durch Düsseldorf.

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